Dienstag, 24. Januar 2012

füße stillhalten in wales


anscheinend bin ich kein mensch fürs ausland. ich mag deutschland. ich lebe da sehr gern. wieso in die ferne, wenns zu hause so schön sein kann? stuttgart, freiburg, hamburg, lüneburg..mit ihnen verbindet mich eine liebe. leider sieht meine uni das natürlich komplett anders. als folge sitze ich nun in wales. es regnet (natürlich erwartete mich das englische wetter), überall stehn schafe (klaro) und die kleinen reihenhäuser biegen sich bei sturm und regen. eigentlich war das alles zu erwarten. nur wusste ich bei meinen vorbereitungen und meiner zugegeben vorsichtigen vorfreude nicht wie sehr ich an meinem kleinen, mit viel herz gestaltetem zuhause hänge. meine erste tat nach dem überschreiten der walisischen grenze: meinen magen an der nächsten raststätte putzen..toller start. seither zieht sich ein roter faden durch die nicht enden wollenden tage meines praktikums: endloses heimweh. was einem alles fehlen kann, wenn man es nicht wie gewohnt um sich hat, bemerke ich erst jetzt. mit meinem kleinen auto das jetzt ungewohnterweise immer links fahren muss verbindet mich grade eine seltsame fremdheit. fremd in einer stadt, von welcher ich sehr schnell ahnte, dass sie nicht zu "meiner" stadt wandeln wird. die tage ziehen sich und obwohl ich mein herz grade an englische grundschulkinder verliere, die einem oft einfach nur mal "huggen" oder "how beautiful you are" sagen wollen, fühle ich mich wie ein fremdkörper. ich beiße mich zwar fest aber würde mich am liebsten unter einer dicken bettdecke verstecken. denn wenn ich die welt nicht sehe, wird sie mich auch nicht sehen. in meinem kopf schweben mögliche abfahrttermine. sie wechseln sich mit dem spontanen willen weiterzumachen ab. aus drei monaten werden wohl nur 6 wochen. und das sichere wissen, dass meine bessere hälfte mir auch in schwierigeren zeiten treuherzig zur seite steht

1 Kommentar:

  1. Oh wie ich das verstehen kann!
    Mich zog es einst auch in eine Stadt mit der ich alles - aber nicht warm wurde!
    Manchmal ist es besser so schnell wie möglich die Koffer zu packen und abzuhauen!

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